Übersicht Siemens Guarto 3000 Alarmanlage



Mit diesem Funktionsbaustein wird eine Siemens Guarto 3000 Einbruchmeldezentrale eingebunden. Zustände der Bereiche (Abschnitte) und Eingänge werden angezeigt und Bereiche können scharf/unscharf geschaltet werden.

Voraussetzung: Die SSH-Zugangsdaten der Zentrale (IP-Adresse, Benutzer und privater Schlüssel als .pem-Datei) — diese stellt der Errichter bzw. Siemens bereit. Die Steuerung selbst richtet die Verbindung ein; dafür muss auf der Steuerung PHP installiert sein (fehlt es, meldet der Baustein einen Fehler am Ausgang und im Protokoll).

Einrichtung — Schritt für Schritt:
  1. Baustein einfügen und die Eigenschaften öffnen.
  2. Alarmzentrale IP-Adresse und SSH-Benutzer eintragen und mit SSH-Key laden... den privaten Schlüssel aus der .pem-Datei übernehmen.
  3. Haupt-/Mittelgruppen sowie Anzahl Bereiche und Anzahl Eingänge passend zur Anlage einstellen.
  4. Mit Adressen generieren die Gruppenadressen für Status und Name aller Bereiche/Eingänge sowie die Befehls-Adressen zum Scharf/Unscharfschalten anlegen.
  5. Bedienelemente und Taster mit den erzeugten Adressen verknüpfen.
Scharf/Unscharf: Ein Schreibtelegramm mit Wert 1 auf die Befehls-Adresse eines Bereichs schaltet diesen scharf (Zustand 5), Wert 0 unscharf (Zustand 1).

Wichtig — Unscharfschalten gehört an die Anlage: Das Unscharfschalten über die Visualisierung oder die APP wird nicht empfohlen. Eine Einbruchmeldeanlage sollte ausschließlich an der Anlage selbst unscharf geschaltet werden — am Bedienteil, mit Schlüsselschalter oder Code. Andernfalls kann jeder, der Zugriff auf die APP hat, den Einbruchschutz aufheben; ein verlorenes oder unversperrtes Mobilgerät reicht dann aus. Je nach Versicherung und örtlichen Vorschriften ist eine solche Bedienung auch nicht zulässig.

Empfohlen wird deshalb, die Befehls-Adressen nur zur Anzeige und höchstens zum Scharfschalten zu verwenden. Am sichersten wird dem SSH-Zugang der Zentrale das Recht zum Unscharfschalten schon im Benutzerprofil der Anlage entzogen — dann weist die Zentrale den Befehl selbst zurück, unabhängig davon, was in der Visualisierung projektiert ist.

Die Verbindung wird laufend überwacht. Funktioniert die Kommunikation nicht mehr, versucht der Baustein automatisch, das Gateway neu zu starten, und vermerkt dies im Protokoll. Der Ausgang Status zeigt den Verbindungszustand, der Fehlercounter zählt Störungen.

Hinweis: Der Baustein schreibt Zustände und Namen auf die konfigurierten Gruppenadressen; diese müssen im Projekt vorhanden sein. Die Subgruppe entspricht der Bereichs- bzw. Eingangs-Nummer der Zentrale. Sind Anzahl Bereiche oder Anzahl Eingänge kleiner eingestellt, als die Anlage tatsächlich hat, fehlen die Adressen der übrigen Bereiche und Melder — deren Zustände gehen dann verloren. Der Baustein meldet das im Protokoll.


Ausgänge

ST
Status
0 = keine Verbindung zur Zentrale, 1 = verbunden (Zustände werden empfangen).
ER
Fehlercounter
Zählt bei Störungen hoch (Zentrale nicht erreichbar, keine Antwort, abgelehnte Anweisung) und bleibt auch über eine Neuinitialisierung erhalten. Geht wieder auf 0, sobald die Zentrale antwortet — frühestens jedoch eine Minute nach dem letzten Fehler. Ohne diese Haltezeit wäre eine abgelehnte Anweisung nicht zu sehen: die Antwort der Zentrale, die den Fehler meldet, würde den Zähler im selben Moment wieder löschen. Den Grund der Ablehnung nennt das Protokoll.

Parameter

Alarmzentrale IP-Adresse
IP-Adresse der Guarto-Zentrale im Netzwerk.
SSH-Benutzer
Benutzername für den SSH-Zugang der Zentrale (vom Errichter/Siemens).
SSH-Key (PEM)
Privater SSH-Schlüssel der Zentrale. Über die Schaltfläche SSH-Key laden... aus der .pem-Datei übernehmen (nicht .ppk — ggf. vorher umwandeln).
Hauptgruppe
Hauptgruppe der erzeugten Gruppenadressen.
Mittelgruppe Bereich Befehl
Mittelgruppe der Scharf/Unscharf-Adressen je Bereich. Ein Schreiben hierauf schaltet den Bereich.
Mittelgruppe Bereich Status
Mittelgruppe für den Zustand je Bereich (1 = unscharf, 5 = scharf).
Mittelgruppe Bereich Name
Mittelgruppe für den Namen je Bereich (Text).
Mittelgruppe Eingang Status
Mittelgruppe für den Zustand je Eingang (0 = geschlossen, 1 = offen/Alarm).
Mittelgruppe Eingang Name
Mittelgruppe für den Namen je Eingang (Text).
Anzahl Bereiche
Anzahl der Bereiche, für die bei Adressen generieren Adressen erzeugt werden.
Anzahl Eingänge
Anzahl der Eingänge, für die bei Adressen generieren Adressen erzeugt werden.
Resync-Intervall
Zeitabstand, in dem alle Zustände zur Sicherheit komplett neu abgeglichen werden (zusätzlich zur laufenden Aktualisierung). 0 = aus. Standard 10 Minuten. Geschrieben wird dabei nur, was sich geändert hat — der Abgleich belastet den Bus also auch bei vielen Meldern nicht.
Melder über ID
Aus (Vorgabe): Die Subgruppe der Adresse ist die laufende Nummer des Melders in der Zentrale — so wie die Adressen erzeugt werden.

Ein: Die Adresse wird stattdessen über die ID-Nummer gesucht, die die Zentrale in Feld 3 der Melderliste liefert (etwa 3054-1). Sie muss dazu als erstes Wort im Kommentar der jeweiligen Status-Adresse stehen; dahinter ist der Kommentar frei, üblicherweise für den Klartextnamen: 3054-1 Küche Fenster Ost.

Sinn der Einstellung: Die laufende Nummer verschiebt sich, sobald an der Anlage ein Melder eingefügt oder gelöscht wird — danach zeigt jede Adresse dahinter auf den falschen Melder. Die ID-Nummer bleibt fest. Steht sie in den Kommentaren, bleibt die Zuordnung auch nach einer Änderung richtig.

Zu beachten: Die Kommentare sind damit keine reine Beschriftung mehr, sondern werden ausgewertet — sie dürfen dann nicht mehr frei geändert werden. Findet der Baustein die ID-Nummer eines Melders in keinem Kommentar, wird dessen Zustand verworfen und im Protokoll gemeldet — bei jedem Abgleich für jeden betroffenen Melder einzeln, damit vollständig dasteht, welche Kommentare noch fehlen (höchstens 200 Zeilen je Abgleich), und bei jeder automatischen Meldung der Zentrale, die dadurch verfällt. In den Meldungen steht das jedes Mal; in die Protokolldatei der Steuerung wird jeder Melder nur einmal geschrieben, damit ein übersehener Fehler die Datei nicht über Monate umwälzt. Auf die laufende Nummer wird bewusst nicht ausgewichen, das wäre die Adresse eines anderen Melders. Steht in keinem Kommentar eine ID-Nummer, werden alle Zustände verworfen — der Baustein meldet das bei jedem Abgleich und listet die Melder dann nicht einzeln auf, es fehlen ja alle. Auch in diesem Fall wird nicht auf die laufende Nummer zurückgefallen: ein stiller Rückfall ließe eine unfertige Einrichtung wie eine fertige aussehen, und niemand bemerkt, dass die Zuordnung gar nicht läuft.

Die automatischen Meldungen der Zentrale enthalten nur die laufende Nummer, nicht die ID-Nummer. Sie werden deshalb über die zuletzt gelesene Melderliste zugeordnet und erst ausgewertet, wenn diese einmal vollständig angekommen ist. Eine Meldung, die vorher kommt, wird verworfen und ebenfalls gemeldet.
Debug
Zusätzliche Diagnoseausgaben (gesendete und empfangene Zeilen) im Fehlerprotokoll, zusätzlich schreibt die Steuerung ein fortlaufendes Protokoll der Verbindung. Nur für Inbetriebnahme und Fehlersuche und danach unbedingt wieder ausschalten — dauerhaft eingeschaltet belastet Debug das Speichermedium der Steuerung ohne Nutzen. Das Umschalten baut die Verbindung zur Zentrale neu auf.

Befehle an die Zentrale

Der Baustein steuert die Zentrale über deren SSH-Schnittstelle. Diese Befehle sendet er selbstständig, sie müssen nicht projektiert werden — die Aufstellung dient dem Verständnis und der Fehlersuche (bei eingeschaltetem Debug stehen die gesendeten und empfangenen Zeilen im Protokoll).
au -tA1
Automatische Meldungen
Damit meldet die Zentrale jede Zustandsänderung von sich aus; Änderungen stehen dadurch ohne Verzögerung an den Adressen. Gesendet beim Verbindungsaufbau und danach alle fünf Minuten erneut. Das Wiederholen ist nötig, weil die Zentrale diese Einstellung bei einem Neustart verliert — ohne sie kämen Änderungen nur noch mit dem Resync-Intervall.
al
Bereiche lesen
Liest Nummer, Name und Zustand aller Bereiche. Gesendet nach jedem Verbindungsaufbau, im Resync-Intervall und unmittelbar nach jedem Schaltbefehl. Antwortet die Zentrale nach dem Verbindungsaufbau noch nicht — ihre Anmeldung kann bei einer großen Anlage über eine Minute dauern —, wird die Abfrage bis zu zehn Minuten lang wiederholt.
il
Eingänge lesen
Liest Nummer, Name und Zustand aller Eingänge (Melder). Gesendet nach jedem Verbindungsaufbau und im Resync-Intervall, bei ausbleibender Antwort ebenfalls bis zu zehn Minuten lang wiederholt — unabhängig davon, ob die Bereichsliste bereits angekommen ist.
sa -a<Nr> -s<Zustand>
Bereich schalten
Schaltet den Bereich <Nr> scharf (<Zustand> = 5) oder unscharf (<Zustand> = 1). Ausgelöst durch ein Schreibtelegramm auf die Befehls-Adresse des Bereichs; die Subgruppe der Adresse ist die Bereichsnummer. Direkt danach folgt al, damit der Zustand auch dann nachgeführt wird, wenn keine automatische Meldung kommt.
gi systemversion
Lebenszeichen
Wird jede Minute gesendet. Die Antwort belegt, dass die Zentrale erreichbar ist und antwortet. Bleiben mehrere Antworten aus, meldet der Baustein „Zentrale antwortet nicht" im Protokoll, setzt den Ausgang Status auf 0 und baut die Verbindung neu auf.
Die Zentrale antwortet auf jeden Befehl mit einer Quittung; eine negative Quittung erhöht den Fehlercounter, ihr Wortlaut steht im Protokoll. Dort ist auch zu sehen, wenn die Zentrale einen Befehl mangels Berechtigung des SSH-Zugangs ablehnt. Zustandsmeldungen und die Antworten auf al/il schreibt der Baustein direkt auf die Status- und Namensadressen der Bereiche und Eingänge. Alarm- und Warnungsmeldungen der Zentrale werden nicht ausgewertet.

Siehe auch allgemeine Parameter aller Funktionsbausteine.