HeizkurveDer Baustein berechnet automatisch die richtige Vorlauftemperatur (die Wassertemperatur, die zum Mischer geschickt wird) – passend zur aktuellen Außentemperatur. Der Grundgedanke: Je kälter es draußen ist, desto mehr muss geheizt werden; je heißer es draußen ist, desto mehr muss gekühlt werden. So muss niemand von Hand nachregeln.
Bei rund 20 °C Außentemperatur liegt der Vorlauf genau auf dem Raumsollwert (Neutralpunkt). Erst darunter (Heizen) bzw. darüber (Kühlen) weicht er davon ab.
Die Steilheit bestimmt, wie stark der Vorlauf auf eine Änderung der Außentemperatur reagiert – vergleichbar mit einer Empfindlichkeit oder Verstärkung. Ein größerer Wert macht die Kurve steiler, ein kleinerer flacher.
Beispiel Heizen – Raumsollwert 22 °C, bei +5 °C Außentemperatur:
| Steilheit | 0,25 | 0,5 | 1,0 |
| Vorlauf | ca. 26 °C | ca. 31 °C | ca. 39 °C |
Gleiche Außentemperatur, aber je größer die Steilheit, desto wärmer der Vorlauf. Beim Kühlen ist es umgekehrt: größere Steilheit → kälterer Vorlauf bei gleicher Außentemperatur (mehr Kühlung).
Wichtig: Die Steilheit ist immer positiv einzugeben – auch für die Kühlkurve. Die Umkehrung Heizen/Kühlen macht der Baustein selbst. Ein negativer Wert würde die Kurve spiegeln und genau das Gegenteil bewirken. Die Steuerung lässt negative Werte deshalb nicht zu: Sie rechnet mit dem Betrag weiter und gibt in der Diagnose (Programm) eine Fehlermeldung mit Baustein und Wert aus. Der Wert selbst wird dabei nicht geändert – er ist am Baustein zu korrigieren.
Tipp: Übliche Werte liegen klein (Heizen ca. 0,2–1,5, Kühlen ca. 0,1–0,3). Ein sehr großer Wert (z. B. 5) führt dazu, dass der Vorlauf sofort an die Min-/Max-Grenze läuft und sich dann scheinbar „nichts mehr ändert“.
Die Parallelverschiebung hebt oder senkt die gesamte Kurve um einen festen Betrag – unabhängig von der Außentemperatur. Sie wird einfach zur berechneten Vorlauftemperatur addiert.
Wichtig: Sie wirkt in beiden Betriebsarten gleich (sie wird nicht umgekehrt):
Damit gilt durchgängig: „+ = wärmer, - = kälter“. Das entspricht der „Niveau“-Einstellung üblicher Wärmepumpenregler.
Anwendung: Die Räume sind gleichmäßig – also bei jeder Außentemperatur – etwas zu kühl? Dann die Parallelverschiebung erhöhen, statt an der Steilheit zu drehen. Faustregel: ca. 3 °C Vorlauf bewirken grob 1 °C im Raum.
Diese Parameter begrenzen das Ergebnis nach unten und oben (Schutzgrenzen):
Bei Hitze senkt die Kühlkurve den Vorlauf unter den Raumsollwert. Es wäre falsch, wenn der Vorlauf bei Hitze über dem Raumsollwert läge – dann würde nicht gekühlt, sondern geheizt. Folgendes Beispiel zeigt die Berechnung Schritt für Schritt.
Vorgaben:
| Raumsollwert (RS) | 22 °C |
| Außentemperatur (AT) | 32 °C |
| Kühlen Freigabe (FK) | 1 (Kühlkurve aktiv) |
| Kühlkurve / Steilheit (KK) | 0,2 |
| Kühlen Parallelverschiebung (KP) | +1 °C |
| Kühlen Vorlauf Minimum / Maximum | 18 °C / 25 °C |
| Kühlen Raumfühlereinfluss | 0 % |
Berechnung:
| Schritt | Rechnung | Ergebnis |
| 1. Abstand zum Neutralpunkt (20 °C), doppelt gewichtet | (32 − 20) × 2 | 24 |
| 2. Krümmungsfaktor der Kurve aus Sollwert und Außentemperatur | 22 hoch (32 / (320 − 4 × 32)) = 22 hoch 0,167 | ca. 1,67 |
| 3. Absenkung gegenüber dem Sollwert | 0,55 × 0,2 × 1,67 × 24 | ca. 4,4 K |
| 4. Vorlauf aus der Kurve | 22 − 4,4 | 17,6 °C |
| 5. Parallelverschiebung addieren | 17,6 + 1 | 18,6 °C |
| 6. Begrenzung auf Minimum/Maximum | 18,6 liegt zwischen 18 und 25 | 18,6 °C am Ausgang VS |
Mit Raumfühlereinfluss: Wäre zusätzlich der Kühlen Raumfühlereinfluss auf 50 % gestellt und der Raum mit 24 °C um 2 K zu warm, ergibt sich aus der Abweichung Soll − Ist = 22 − 24 = −2 ein Zuschlag von −2 / 100 × 50 = −1 K. Der Vorlauf sinkt damit auf 17,6 °C und wird durch das Kühlen-Minimum auf 18,0 °C begrenzt – der Taupunktschutz greift also vor der Regelung.
Die gleiche Rechnung für weitere Steilheiten (Raumsollwert 22 °C, ohne Parallelverschiebung, Kühlen Minimum 18 °C):
| Steilheit Kühlkurve | 0,1 | 0,2 | 0,5 |
| Außentemperatur 28 °C | ca. 20,7 °C | ca. 19,3 °C | 18,0 °C (begrenzt) |
| Außentemperatur 32 °C | ca. 19,8 °C | 18,0 °C (begrenzt) | 18,0 °C (begrenzt) |
Wichtig: Die Kühlkurve ist deutlich flacher einzustellen als die Heizkurve – üblich sind ca. 0,1–0,3. Der nutzbare Bereich zwischen Raumsollwert und Taupunkt beträgt nur wenige Kelvin; bei größeren Steilheiten läuft der Vorlauf sofort auf das Kühlen-Minimum und die Kurve wirkt dann wie eine feste Temperatur.
Nicht verknüpfte Eingänge werden nicht automatisch als 0 gerechnet – der Baustein setzt sinnvolle Ersatzwerte ein. Die folgende Übersicht gilt für beide Bausteine (Heizkurve und Heiz-/Kühlkurve).
| Eingang | nicht verknüpft | verknüpft mit Wert 0 |
| FG Freigabe | freigegeben | gesperrt, Ausgang 0 |
| RS Raumsollwert | 22 °C | 20 °C |
| RT Raumtemperatur | 0 °C | 0 °C |
| AT Außentemperatur | 0 °C | 0 °C |
| HK Heizkurve / KK Kühlkurve | 0,5 | 0,1 (0 ist nicht rechenbar) |
| HP / KP / PV Parallelverschiebung | 0 (keine Verschiebung) | 0 (keine Verschiebung) |
| FK Kühlen Freigabe | Heizkurve wird gerechnet | Heizkurve wird gerechnet |
| AA Außenabschaltung (nur Heizkurve) | keine Abschaltung | Abschaltung ab 1 °C Außentemperatur |
Der Raumsollwert wirkt dabei doppelt: Er ist der Ausgangspunkt der Kurve (Vorlauf bei 20 °C Außentemperatur) und geht zusätzlich in den Krümmungsfaktor ein. Typischer Fall aus der Praxis: Nach einem Neustart hat der Sollwert (z. B. eine KNX-Adresse) noch keinen Wert und ist damit 0 – gerechnet wird dann mit 20 °C statt der gewünschten 22 °C, der Vorlauf ist also einige Kelvin zu niedrig, bis der Sollwert eintrifft. Den Sollwert daher nach dem Start aktiv senden lassen.
Regel: Einen Raumfühlereinfluss größer 0 nur einstellen, wenn der Eingang Raumtemperatur tatsächlich verknüpft ist und einen plausiblen Wert liefert. Andernfalls den Raumfühlereinfluss auf 0 lassen und den Fühlerausfall zusätzlich über die Freigabe absichern.
Bleibt der Vorlauf im Kühlbetrieb konstant oder steigt er sogar an, liegt es fast immer an einem der folgenden Punkte:
Die folgende Darstellung rechnet mit derselben Formel wie die Steuerung. Über die Regler lässt sich ausprobieren, wie sich Steilheit, Parallelverschiebung, Grenzwerte und Raumfühlereinfluss auswirken. Die durchgezogene Linie ist der Wert am Ausgang VS, die gestrichelte Linie zeigt die Rechnung vor der Begrenzung durch Minimum und Maximum. Die jeweils andere Betriebsart wird blass mitgezeichnet.
| Mit
diesem Funktionsbaustein wird eine Heizkurve berechnet. |
Eingänge |
||
| FG |
Freigabe |
Freigabe. Ist dieser Eingang nicht
belegt, ist die Berechnung automatisch freigegeben. Ohne Freigabe
wird als Vorlauf Sollwert 0 ausgegeben. Ist dieser mit der Logik
Mischer verknüpft, fährt dieser bei Sollwert 0 zu und schaltet die
Heizkreispumpe ab. |
| RS |
Raumsollwert* |
Sollwert für die zu erreichende
Raumtemperatur. Ist dieser Eingang nicht verknüpft, wird mit
22 °C gerechnet. Ist er verknüpft und liefert 0 oder
einen negativen Wert, wird mit 20 °C gerechnet - mit einem
Sollwert von 0 °C wäre die Kurve nicht sinnvoll berechenbar. |
| RT |
Raumtemperatur |
Raumtemperatur. Dieser Eingang ist
optional. Wenn dieser Eingang belegt ist und im Parameter
"Raumfühlereinfluss" ein Wert größer 0 eingestellt ist, erfolgt bei
zu niedriger Raumtemperatur eine Erhöhung bzw. bei zu hoher eine
Verringerung der Vorlauftemperatur. Ist dieser Eingang nicht
verknüpft oder liefert er 0, wird mit 0 °C
gerechnet - es gibt hier keinen Ersatzwert. Der Parameter
"Raumfühlereinfluss" muss in diesem Fall auf 0 stehen, sonst wird
der Vorlauf stark verfälscht. |
| AT |
Außentemperatur* |
Außentemperatur. |
| HK |
Heizkurve/Steilheit* |
Steilheit der Heizkurve. Sie
beeinflusst die Berechnung der Vorlauf Solltemperatur anhand der
Außentemperatur und ist immer positiv einzugeben (übliche
Werte 0,2 bis 1,5): Je größer der Wert, desto wärmer der Vorlauf bei
tiefer Außentemperatur. Ein negativer Wert würde die Kurve
spiegeln und ist deshalb nicht zulässig: Die Steuerung rechnet mit dem
Betrag (aus -0,4 wird 0,4) und meldet den Wert als Fehler in der
Diagnose (Programm). Ist dieser Eingang nicht verknüpft, wird mit
0,5 gerechnet, der Wert 0 wird durch 0,1 ersetzt. |
| PV |
Parallelverschiebung |
Dieser Wert wird zur berechneten
Vorlauf Solltemperatur addiert. |
| AA | Außenabschaltung | Außenabschaltung. Ist dieser Eingang verknüpft wird ab dieser Temperatur der Ausgang auf 0 gesetzt. Hysterese ist 1 Grad. Ist die Temperatur beispielsweise auf 20 Grad eingestellt, wird die Außenabschaltung bei 21 Grad aktiv und 19 Grad inaktiv. |
Ausgänge |
||
| VS |
Vorlauf
Sollwert |
Berechneter Vorlauf Sollwert - wird
üblicherweise mit der Logik Mischer verknüpft. |
| AA | Außenabschaltung aktiv | Ausgang 1 wenn Außenabschaltung aktiv. |
Parameter |
||
| Vorlauf
Minimum |
Vorlauf Minimum. Die berechnete
Solltemperatur wird auf dieses Minimum begrenzt. |
|
| Vorlauf
Maximum |
Vorlauf Maximum. Die berechnete Solltemperatur wird auf dieses Maximum begrenzt. Wichtig: Besonders bei Fußbodenheizungen sollte hier eine Begrenzung vorgegeben werden. Bei Fußbodenheizungen ist zudem immer zu prüfen ob ein thermisches Sicherungsventil vorhanden ist. Bei unsachgemäßer Parametrierung oder Hardwarefehlern können sonst Schäden an der Anlage entstehen. | |
| Raumfühlereinfluss |
Hier kann ein Raumfühlereinfluss in
Prozent angegeben werden. Ist am Eingang Raumtemperatur ein Wert
verknüpft, wird die Abweichung Soll-Istwert prozentual auf den
Vorlauf Sollwert addiert. |
|
Eingänge |
||
| FG |
Freigabe
gesamt |
Freigabe der Berechnung. Ist dieser
Eingang nicht belegt, ist die Berechnung automatisch freigegeben.
Ohne Freigabe wird als Vorlauf Sollwert 0 ausgegeben. Ist dieser mit
der Logik Mischer verknüpft, fährt dieser bei Sollwert 0 zu und
schaltet die Heizkreispumpe ab. |
| RS |
Raumsollwert* |
Sollwert für die zu erreichende
Raumtemperatur. Ist dieser Eingang nicht verknüpft, wird mit
22 °C gerechnet. Ist er verknüpft und liefert 0 oder
einen negativen Wert, wird mit 20 °C gerechnet - mit einem
Sollwert von 0 °C wäre die Kurve nicht sinnvoll berechenbar. |
| RT |
Raumtemperatur |
Raumtemperatur. Dieser Eingang ist
optional. Wenn dieser Eingang belegt ist und im Parameter
"Raumfühlereinfluss" ein Wert größer 0 eingestellt ist, erfolgt bei
zu niedriger Raumtemperatur eine Erhöhung bzw. bei zu hoher eine
Verringerung der Vorlauftemperatur. Ist dieser Eingang nicht
verknüpft oder liefert er 0, wird mit 0 °C
gerechnet - es gibt hier keinen Ersatzwert. Der Parameter
"Raumfühlereinfluss" muss in diesem Fall auf 0 stehen, sonst wird
der Vorlauf stark verfälscht. |
| AT |
Außentemperatur* |
Außentemperatur. |
| HK |
Heizkurve* |
Steilheit der Heizkurve. Sie
beeinflusst die Berechnung der Vorlauf Solltemperatur anhand der
Außentemperatur und ist immer positiv einzugeben (übliche
Werte 0,2 bis 1,5): Je größer der Wert, desto wärmer der Vorlauf bei
tiefer Außentemperatur. Ein negativer Wert würde die Kurve
spiegeln und ist deshalb nicht zulässig: Die Steuerung rechnet mit dem
Betrag (aus -0,4 wird 0,4) und meldet den Wert als Fehler in der
Diagnose (Programm). Ist dieser Eingang nicht verknüpft, wird mit
0,5 gerechnet, der Wert 0 wird durch 0,1 ersetzt. |
| HP |
Heizen
Parallelverschiebung |
Dieser Wert wird zur berechneten
Vorlauf Solltemperatur addiert. |
| FK |
Kühlen
Freigabe |
Freigabe kühlen. Ist dieser Eingang
nicht belegt, wird immer die Heizkurve berechnet. Bei Freigabe wird
die Kühlkurve statt der Heizkurve am Ausgang ausgegeben. |
| KK |
Kühlkurve |
Steilheit der Kühlkurve. Sie beeinflusst die Berechnung der Vorlauf Solltemperatur anhand der Außentemperatur und ist - genau wie die Heizkurve - immer positiv einzugeben (übliche Werte 0,1 bis 0,3): Je größer der Wert, desto kälter der Vorlauf bei hoher Außentemperatur. Ein negativer Wert würde die Kurve spiegeln (der Vorlauf würde mit steigender Außentemperatur ansteigen) und ist deshalb nicht zulässig: Die Steuerung rechnet mit dem Betrag (aus -0,4 wird 0,4) und meldet den Wert als Fehler in der Diagnose (Programm). Ist dieser Eingang nicht verknüpft, wird mit 0,5 gerechnet, der Wert 0 wird durch 0,1 ersetzt. |
| KP |
Kühlen
Parallelverschiebung |
Dieser Wert wird zur berechneten Vorlauf Solltemperatur addiert. |
Ausgänge |
||
| VS |
Vorlauf
Sollwert |
Berechneter Vorlauf Sollwert - wird
üblicherweise mit der Logik Mischer verknüpft. |
Parameter |
||
| Heizen
Vorlauf Minimum |
Vorlauf Minimum Heizkurve. Die
berechnete Solltemperatur wird auf dieses Minimum begrenzt. |
|
| Heizen
Vorlauf Maximum |
Vorlauf Maximum Heizkurve. Die berechnete Solltemperatur wird auf dieses Maximum begrenzt. Wichtig: Besonders bei Fußbodenheizungen sollte hier eine Begrenzung vorgegeben werden. Bei Fußbodenheizungen ist zudem immer zu prüfen ob ein thermisches Sicherungsventil vorhanden ist. Bei unsachgemäßer Parametrierung oder Hardwarefehlern können sonst Schäden an der Anlage entstehen. | |
| Heizen
Raumfühlereinfluss |
Hier kann ein Raumfühlereinfluss in
Prozent angegeben werden. Ist am Eingang Raumtemperatur ein Wert
verknüpft, wird die Abweichung Soll-Istwert prozentual auf den
Vorlauf Sollwert addiert. |
|
| Kühlen Vorlauf Minimum | Vorlauf Minimum Kühlkurve. Die
berechnete Solltemperatur wird auf dieses Minimum begrenzt. Wichtig:
Hier sollte immer eine Begrenzung vorgegeben werden damit bei
unsachgemäßer Parametrierung keine Schäden durch Kondensation
entstehen können. |
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| Kühlen Vorlauf Maximum | Vorlauf Maximum Kühlkurve. | |
| Kühlen Raumfühlereinfluss | Hier kann ein Raumfühlereinfluss in Prozent angegeben werden. Ist am Eingang Raumtemperatur ein Wert verknüpft, wird die Abweichung Soll-Istwert prozentual auf den Vorlauf Sollwert addiert. Im Kühlbetrieb bedeutet das: Bei zu warmem Raum sinkt der Vorlauf (es wird stärker gekühlt), bei zu kühlem Raum steigt er. | |