Übersicht Beamer / Display (PJLink)



Mit diesem Funktionsbaustein werden Beamer und Displays über PJLink gesteuert und überwacht. PJLink ist ein herstellerübergreifender Standard der JBMIA (Japan Business Machine and Information System Industries Association) für die Bedienung über das Netzwerk. Der Baustein schaltet das Gerät, wählt den Eingang, schaltet Bild und Ton ab und meldet Zustand, Störungen und Betriebsstunden.

Je Gerät wird ein Baustein angelegt. Die Steuerung fragt das Gerät zyklisch ab und trennt danach sofort wieder, wie es der Standard verlangt.

Einstellungen am Gerät:
  • Feste IP-Adresse vergeben. Das Gerät muss von der Steuerung aus über TCP-Port 4352 erreichbar sein.
  • Die Funktion PJLink einschalten. Sie ist bei manchen Geräten ab Werk aus.
  • Das Netzwerk im Standby eingeschaltet lassen (Bezeichnung je nach Gerät z. B. »Netzwerk-Standby« oder »Standby-Modus: Kommunikation ein«). Sonst lässt sich das Gerät über das Netzwerk nicht einschalten und gilt im Standby als nicht erreichbar. Eine Stromspar-Einstellung schaltet das Netzwerk im Standby oft ab.
  • Ist am Gerät ein PJLink-Passwort gesetzt, dasselbe im Baustein eintragen. Wo es eingestellt wird und ob eine Vorgabe besteht, steht im Handbuch des Gerätes.
Einrichtung — Schritt für Schritt:
  1. Baustein einfügen und in den Eigenschaften die IP-Adresse und gegebenenfalls das Passwort eintragen.
  2. Mit der Schaltfläche Gerät prüfen die Verbindung testen (die Steuerung muss verbunden sein). Der Dialog zeigt Hersteller, Modell und PJLink-Klasse sowie die Eingänge mit der Nummer für den Eingang QU. Viele Geräte melden die Eingänge nur im eingeschalteten Zustand.
  3. Adressen über die Adress-Generierung erzeugen und die Bedienelemente mit ihnen verknüpfen.
Eingang wählen: Die Nummer am Eingang QU ist der PJLink-Code des Eingangs: die erste Stelle ist die Art (1 = RGB, 2 = Video, 3 = Digital, 4 = Speicher, 5 = Netzwerk, 6 = Intern), die zweite die laufende Nummer. 31 ist also der erste digitale Eingang. Welcher Anschluss welche Nummer hat, legt der Hersteller fest, HDMI 1 kann je nach Modell 31 oder 32 sein. Geräte der Klasse 2 können Eingänge mit Buchstaben haben: Diese werden als Art × 100 + Wert angegeben, mit A = 10 bis Z = 35. 3A ist also 310.

Warm- und Abkühlphase: Ein Befehl bleibt bestehen, bis das Gerät ihn annehmen kann, längstens 5 Minuten. Gilt danach der Befehl als nicht ausführbar, zeigt der Ausgang ER den Fehlercode 4. Wird das Gerät während des Aufwärmens ausgeschaltet, folgt der Befehl nach dem Aufwärmen; das Einschalten während des Abkühlens folgt nach dem Abkühlen. Eingang, Bild und Ton warten bis das Gerät eingeschaltet ist, »Ein« und ein Eingang können also gleichzeitig gesetzt werden. Solange etwas im Gange ist, fragt der Baustein alle 5 Sekunden ab.

Nach dem Start der Steuerung löst der anstehende Wert eines Eingangs keinen Befehl aus, ein Neustart schaltet das Gerät also nie. Das gilt auch für Änderungen in den ersten 30 Sekunden nach dem Start und für Antworten auf Leseanforderungen. Am Gerät mit der Fernbedienung ausgelöste Änderungen werden nicht rückgängig gemacht, die Ausgänge zeigen dann den tatsächlichen Zustand.

Hinweise:
  • Mehrere Beamer sollen laut JBMIA nicht gleichzeitig eingeschaltet werden, wegen des Einschaltstroms. Eingänge EA deshalb zeitversetzt setzen.
  • Greift eine zweite Steuerung oder Software auf das Gerät zu, kann es bei Geräten mit nur einer gleichzeitigen Verbindung zu Fehlversuchen kommen. Das Abfrageintervall dann erhöhen.
  • Häufiges Ein- und Ausschalten kann die Lebensdauer der Lampe verkürzen.


Eingänge

FG
Freigabe
Optional. Ungleich 0 gibt frei. Bei 0 werden keine Verbindungen aufgebaut und keine Befehle gesendet, offene Befehle verfallen, ST und PW gehen auf 0. Änderungen an den übrigen Eingängen während der Sperre werden nicht nachgeholt. Nicht verknüpft: der Baustein gilt als freigegeben.
EA
Ein/Aus
Optional. Ausgewertet wird jede Wertänderung: ungleich 0 schaltet ein, 0 schaltet in den Standby. Nicht verknüpft: der Baustein überwacht das Gerät nur.
QU
Eingang wählen
Optional. Ausgewertet wird jede Wertänderung: der Wert ist die Nummer des Eingangs (siehe oben), 0 bewirkt nichts. Nicht verknüpft: es wird nicht umgeschaltet.
BA
Bild aus
Optional. Ausgewertet wird jede Wertänderung: ungleich 0 schaltet das Bild ab, 0 wieder ein. Kennt das Gerät keine getrennte Abschaltung, schaltet der Baustein Bild und Ton gemeinsam. Nicht verknüpft: keine Bildabschaltung.
TA
Ton aus
Optional. Wie BA, jedoch für den Ton. Nicht verknüpft: keine Tonabschaltung.
FZ
Standbild
Optional. Nur Klasse 2. Ausgewertet wird jede Wertänderung: ungleich 0 hält das Bild an, 0 hebt das auf. Bei Geräten ohne diese Funktion zeigt ER den Fehlercode 3. Nicht verknüpft: kein Standbild.
V+
Lautstärke lauter
Optional. Nur Klasse 2. Ausgewertet wird der Wechsel von 0 auf ungleich 0: eine Stufe lauter. Im Standby verfällt der Befehl. Nicht verknüpft: keine Verstellung.
V-
Lautstärke leiser
Optional. Wie V+, jedoch eine Stufe leiser. Nicht verknüpft: keine Verstellung.

Ausgänge

ST
Verbindung
1 = Gerät antwortet. 0 erst nach drei fehlgeschlagenen Verbindungen in Folge oder sofort bei einer abgelehnten Anmeldung. Direkt nach dem Schalten sind kurze Lücken normal.
ER
Fehlercode
0 = in Ordnung, 1 = keine Verbindung, 2 = Anmeldung abgelehnt (Passwort oder Verfahren), 3 = Befehl abgelehnt (z. B. Eingang gibt es nicht), 4 = Befehl innerhalb der Frist nicht möglich, 5 = Gerät meldet einen Fehler, 6 = Gerät antwortet nicht nach PJLink. Die Codes 3 bis 5 aus einem Befehl bleiben 60 Sekunden stehen.
EM
Ein-Rückmeldung
1 = eingeschaltet oder Aufwärmen, 0 = Standby, Abkühlen oder keine Verbindung.
PW
Betriebszustand
0 = Standby, 1 = Ein, 2 = Abkühlen, 3 = Aufwärmen. Bei fehlender Verbindung 0, ST beachten.
QA
Aktiver Eingang
Nummer des aktiven Einganges wie bei QU. Wird nur im eingeschalteten Zustand aktualisiert.
BM
Bild aus Rückmeldung
1 = Bild abgeschaltet. Manche Geräte heben die Abschaltung beim Wechsel des Einganges oder des Signals von selbst auf, das zeigt dann auch dieser Ausgang.
TM
Ton aus Rückmeldung
1 = Ton abgeschaltet.
FM
Standbild Rückmeldung
1 = Bild angehalten. Nur Klasse 2, sonst 0.
SG
Sammelstörung
Höchster Wert der sechs Störungen: 0 = keine, 1 = Warnung, 2 = Fehler.
SL
Störung Lüfter
0 = keine, 1 = Warnung, 2 = Fehler. 0 kann auch heißen, dass das Gerät diese Überwachung nicht hat. Das gilt für alle Störungen.
SP
Störung Lampe
Wie SL.
TE
Störung Temperatur
Wie SL.
SD
Störung Abdeckung
Wie SL. Abdeckung offen.
SF
Störung Filter
Wie SL.
SO
Störung Sonstige
Wie SL.
LH
Lampenstunden
Betriebsstunden der Lampe, bei mehreren Lampen der höchste Wert. 0, wenn das Gerät keine Lampe hat oder nicht zählt.
FH
Filterstunden
Betriebsstunden des Filters. Nur Klasse 2, sonst 0.
AU
Eingangsauflösung
Text, z. B. 1920x1080. Leer ohne Signal und im Standby. Nur Klasse 2.
NM
Name
Am Gerät eingestellter Name (Text).
HE
Hersteller
Text.
MO
Modell
Text. Auf dem KNX-Bus werden Texte nach 14 Zeichen gekürzt.

Parameter

IP-Adresse / Hostname
Adresse des Gerätes im Netzwerk. Nur IPv4.
Port
TCP-Port des Gerätes (Standard 4352).
Anmeldung
Verfahren, wenn das Gerät eine Anmeldung verlangt. MD5 (Vorgabe) ist das Verfahren aller PJLink-Geräte. SHA-256 gibt es erst ab der PJLink-Spezifikation 2.10 von 2024. Bei Geräten ohne SHA-256 meldet ER den Fehlercode 2.
Passwort
PJLink-Passwort des Gerätes, höchstens 32 Buchstaben und Ziffern. Leer, wenn das Gerät keine Anmeldung verlangt.
Abfrageintervall
Abstand der Abfragen in Sekunden (5 bis 600, Vorgabe 10). Bei offenen Befehlen und während Warm- und Abkühlphase wird alle 5 Sekunden abgefragt.
Timeout
Wartezeit je Antwort in Sekunden (Vorgabe 5). Im Standby antworten manche Geräte langsamer.
Debug
Zusätzliche Diagnoseausgaben im Fehlerprotokoll. Das Passwort wird nicht ausgegeben.

Hersteller

Der Baustein folgt dem PJLink-Standard und ist nicht auf einzelne Hersteller zugeschnitten. Die folgende Übersicht beruht auf Angaben der Hersteller und der JBMIA, sie ist keine Prüfung durch uni-PRO. Maßgeblich ist immer das einzelne Modell, nicht jedes Gerät eines Herstellers beherrscht PJLink. Mit einer neuen Firmware kann sich das ändern. Stand: Oktober 2026. Zur Kontrolle eignet sich die Schaltfläche Gerät prüfen und die Produktliste der JBMIA, die allerdings nicht alle Geräte enthält.
Epson
Klasse 2 laut JBMIA-Liste und Epson-Dokumentation. Bei einzelnen Modellen gibt es Bild und Ton nur gemeinsam.
Sharp / NEC
Klasse 1 und 2 laut JBMIA-Liste. Das Netzwerk ist bei den Reihen PA, PX und PH ab Werk aus.
Optoma
Klasse 2 laut JBMIA-Liste.
Fujifilm
Klasse 2 laut JBMIA-Liste und Befehlsliste des Herstellers. Befehle werden erst rund 60 Sekunden nach dem Einschalten angenommen.
Panasonic
Laut Netzwerkanleitung zumindest bei der Reihe PT-CW230 Klasse 1. Handbuch des Modells prüfen.
Sony
Modellabhängig. Der Help Guide zur VPL-CWZ10 nennt PJLink, der zur VPL-GTZ380 nicht.
BenQ
Modellabhängig. Laut BenQ bei manchen Modellen vorab im Browser ein Administratorpasswort setzen.
Barco
Laut Handbuch bei der betreffenden Reihe Spezifikation 2.00. Die Funktion ist ab Werk aus.
JVC
Klasse 1 beim LX-WX50 laut Handbuch.
Casio, Ricoh
Mitglieder des PJLink-Ausschusses der JBMIA. Modell im Handbuch prüfen.
Von Dritten genannt
Canon, Hitachi/Maxell, Christie, InFocus und Mitsubishi werden von Anbietern anderer Steuerungssoftware als PJLink-fähig genannt. Eine Herstellerangabe lag uns nicht vor, die Angabe ist deshalb am Modell zu prüfen.

Siehe auch allgemeine Parameter aller Funktionsbausteine.