Übersicht Block Lüftung

Der Baustein steuert eine kontrollierte Wohnraumlüftung (KWL) bedarfsgeführt nach CO2-Gehalt und Luftfeuchte. Er liefert die Lüfterstufe als einzelne Bits und als Wert, schaltet den Bypass für die Sommerkühlung, gibt das Vorheizregister zum Frostschutz frei, zählt die Betriebsstunden und meldet den fälligen Filterwechsel.

Die Anwesenheit kommt wie bei allen Block-Bausteinen aus dem Baustein Block Anwesenheit; der Eingang AB wirkt zusätzlich. Siehe auch Anwesenheit Allgemein.

Das passende Bedienelement ist Block Lüftung. Dort werden die Grundstufe je Anwesenheitszustand, die Schaltzeiten und das Filterintervall eingestellt; der Baustein muss mit dem Bedienelement verknüpft werden.

Für einen einzelnen Abluftventilator in WC oder Bad gibt es den Baustein Block Abluft.

Bedarfsrechnung

Die gefahrene Stufe ist immer die höchste aller Anforderungen. Das ist einfach, nachvollziehbar und deckt die Praxis ab. Angefordert wird von:
  • CO2: Der Wert am Eingang CO wird mit den Schwellen der Stufen 1 bis 4 verglichen. Die höchste überschrittene Schwelle bestimmt die Stufe.
  • Feuchte: Ebenso mit der Innenfeuchte am Eingang RF.
  • Grundstufe: Ist der Eingang BA belegt, gibt sein Wert 0 bis 4 über die Parameter „Grundstufe Betriebsart 0" bis „Grundstufe Betriebsart 4" die Stufe vor. Ist BA nicht belegt, gilt die im Bedienelement eingestellte Grundstufe des aktuellen Anwesenheitszustands.
Eine Handvorgabe am Eingang SV steht über all dem: sie setzt die Stufe fest und schaltet die Anlage auf Wunsch auch ganz ab, bis wieder auf Automatik gestellt wird.
  • Stoßlüftung: Eine steigende Flanke am Eingang PA fährt für die eingestellte Nachlaufzeit auf die eingestellte Stufe.
Über allem liegen die Begrenzer: SP sperrt auf Stufe 0, FE wirkt nach dem eingestellten Verhalten, und AB zieht auf die Grundstufe des Zustands „Abwesend".

Hysterese: Beim Hochfahren gilt die Schwelle selbst, beim Zurückfahren erst die Schwelle abzüglich der Hysterese. Ohne Hysterese würde die Anlage an jeder Schwelle pendeln.

Mindestlaufzeit: Eine höhere Anforderung greift sofort. Zurückgeschaltet wird erst, wenn die aktuelle Stufe die Mindestlaufzeit erreicht hat. Damit taktet die Anlage nicht an der Schwelle.

Feuchteschutz

Steigt die Innenfeuchte über den Wert „Feuchteschutz ab", wird mindestens die eingestellte Stufe gefahren.

Das geschieht aber nur, wenn die Außenluft absolut trockener ist als die Innenluft. Der Baustein rechnet dafür aus den Eingängen RF/TI und RA/TA die absolute Feuchte in g/m³. Ist die Außenluft feuchter, würde Lüften die Feuchte im Raum erhöhen statt sie zu senken - der Feuchteschutz greift dann nicht. Das ist im Sommer der Normalfall: 70 % bei 28 °C draußen enthalten deutlich mehr Wasser als 70 % bei 22 °C drinnen.

Sind die Eingänge RA oder TA nicht verknüpft, kann der Vergleich nicht geführt werden; der Feuchteschutz greift dann immer.

Bypass und Vorheizregister

Der Bypass führt die Zuluft am Wärmetauscher vorbei und kühlt damit im Sommer. Er öffnet nur, wenn alle Bedingungen gleichzeitig erfüllt sind: die Außentemperatur liegt über der Freigabeschwelle, die Innentemperatur liegt mindestens die eingestellte Differenz über der Außentemperatur, und es besteht Kühlbedarf (Innentemperatur über der eingestellten Schwelle). Zusätzlich muss die Anlage laufen, also mindestens Stufe 1 gefahren werden.

Das Vorheizregister schützt den Wärmetauscher vor dem Vereisen. Es wird freigegeben, sobald die Außentemperatur unter die eingestellte Grenze fällt, und wieder abgeschaltet, wenn sie die Grenze um die Hysterese überschreitet.

Bei aktivem Frostschutz bleibt der Bypass immer geschlossen.

Betriebsstunden und Filterwartung

Der Baustein zählt die Zeit, in der eine Stufe größer 0 gefahren wird, und gibt sie am Ausgang BT in Stunden aus. Der Zählerstand wird auf der Steuerung gespeichert und übersteht einen Neustart.

Das Wartungsintervall wird im Bedienelement in Betriebsstunden eingestellt, nicht am Baustein - so kann es der Anwender auch in der APP ändern. Ist es erreicht, geht der Ausgang FW auf 1. Quittiert wird entweder über eine steigende Flanke am Eingang QU oder über die Schaltfläche im Bedienelement; der Zähler beginnt danach wieder bei Null. Der Wert 0 schaltet die Filterwartung ab.

Eingänge

CO
CO2
CO2-Gehalt der Raumluft in ppm. Ist der Eingang nicht verknüpft oder die CO2-Auswertung abgeschaltet, entfällt diese Anforderung.
RF
Feuchte innen
Relative Luftfeuchte im Raum in %. Grundlage der Feuchte-Stufen und des Feuchteschutzes.
RA
Feuchte außen
Relative Luftfeuchte der Außenluft in %. Wird zusammen mit TI und TA für den Vergleich der absoluten Feuchte gebraucht.
TI
Temperatur innen
Raumtemperatur in °C. Grundlage des Kühlbedarfs für den Bypass und des Feuchtevergleichs.
TA
Temperatur außen
Außentemperatur in °C. Grundlage des Bypass und des Frostschutzes.
SV
Stufe vorgeben
0 = Automatik (keine Handvorgabe), 1 bis 4 = feste Stufe, 5 = von Hand ausgeschaltet.

Die Handvorgabe überlagert den Bedarf, sie begrenzt ihn nicht nur nach oben: nur so lässt sich die Anlage von Hand abschalten, während CO2 oder Feuchte noch anfordern. Sie wirkt sofort, ohne die Mindestlaufzeit abzuwarten. Über diese Adresse bedienen auch das Bedienelement und die Schaltzeiten - eine Schaltzeit kann die Anlage deshalb auf eine feste Stufe zwingen und später wieder auf Automatik zurückstellen.
PA
Stoßlüftung
Eine steigende Flanke startet die Stoßlüftung: für die eingestellte Nachlaufzeit wird mindestens die eingestellte Stufe gefahren.
AB
Abwesend
1 = niemand zu Hause; es gilt die Grundstufe des Zustands „Abwesend". Der Eingang wirkt zusätzlich zur zentralen Anwesenheit und muss deshalb nur verknüpft werden, wenn die Abwesenheit aus einer anderen Quelle kommen soll.
BA
Betriebsart
Betriebsart 0 bis 4. Ist der Eingang verknüpft, gibt der zugehörige Parameter „Grundstufe Betriebsart x" die Grundstufe vor und hat Vorrang vor der Einstellung im Bedienelement.
FE
Fenster offen
1 = ein Fenster steht offen. Was dann geschieht, legt der Parameter „Verhalten bei offenem Fenster" fest.
SP
Sperren
1 = die Anlage geht auf Stufe 0 und bleibt dort, solange der Eingang gesetzt ist.
QU
Quittierung Filter
Eine steigende Flanke setzt den Betriebsstundenzähler auf Null und nimmt damit die Filtermeldung zurück.

Ausgänge

S0
Stufe 0
1 wenn die Anlage steht.
S1 bis S4
Stufe 1 bis 4
Genau einer dieser Ausgänge ist gesetzt. Die Ausgänge sind immer alle vorhanden; Stufen oberhalb der eingestellten Stufenzahl bleiben dauerhaft 0.
SW
Stufe als Wert
Die aktuelle Stufe als Wert von 0 bis 100 %, bezogen auf die eingestellte Stufenzahl. Bei drei Stufen also 0, 33, 67 und 100 %. Für Lüftungsgeräte mit stufenlosem Eingang.
BY
Bypass
1 = Bypass geöffnet (Sommerkühlung).
VH
Vorheizregister
1 = Frostschutz aktiv, das Vorheizregister ist freigegeben.
FW
Filterwartung fällig
1 = das eingestellte Wartungsintervall ist erreicht.
BT
Betriebsstunden
Betriebsstunden seit der letzten Quittierung.
ST
Info Status
Statuswert für die Visualisierung. Die Bits werden addiert:
1 = CO2 fordert an
2 = Feuchte fordert an
4 = Feuchteschutz aktiv
8 = Stoßlüftung läuft
16 = Handvorgabe aktiv
32 = Fenster offen
64 = gesperrt
128 = Bypass offen
256 = Frostschutz aktiv
512 = Filterwartung fällig

Parameter

Anzahl Stufen
Anzahl der Lüfterstufen, 2 bis 4. Die Ausgänge S0 bis S4 sind unabhängig davon immer vorhanden.
CO2 auswerten
Schaltet die Anforderung nach CO2 ein oder aus.
CO2 Schwelle Stufe 1 bis 4
CO2-Gehalt in ppm, ab dem die jeweilige Stufe gefahren wird. Übliche Werte: 800, 1000, 1200 und 1500 ppm.
CO2 Hysterese
Um diesen Betrag muss der Wert unter die Schwelle fallen, bevor zurückgeschaltet wird.
Feuchte auswerten
Schaltet die Anforderung nach der Innenfeuchte ein oder aus.
Feuchte Schwelle Stufe 1 bis 4
Relative Innenfeuchte in %, ab der die jeweilige Stufe gefahren wird.
Feuchte Hysterese
Wie die CO2-Hysterese, bezogen auf die Feuchte.
Feuchteschutz ab
Ab dieser Innenfeuchte wird mindestens die Stufe des Feuchteschutzes gefahren - aber nur, wenn die Außenluft absolut trockener ist.
Feuchteschutz Mindeststufe
Stufe, die der Feuchteschutz mindestens anfordert.
Grundstufe Betriebsart 0 bis 4
Grundstufe je Wert am Eingang BA. Wird nur ausgewertet, wenn BA verknüpft ist.
Stufe Stoßlüftung
Stufe, die während der Stoßlüftung mindestens gefahren wird.
Nachlaufzeit Stoßlüftung
Dauer der Stoßlüftung in Minuten.
Verhalten bei offenem Fenster
Keine Änderung, eine Stufe reduzieren, auf die Grundstufe zurückgehen oder ganz abschalten.
Mindestlaufzeit je Stufe
So lange bleibt eine Stufe mindestens stehen, bevor zurückgeschaltet wird. Eine höhere Anforderung greift sofort.
Bypass aktiv
Gibt die Bypass-Steuerung frei.
Bypass Freigabe ab Außentemperatur
Unterhalb dieser Außentemperatur bleibt der Bypass geschlossen.
Bypass Mindestdifferenz innen-außen
So viel kühler muss es draußen sein, damit der Bypass überhaupt etwas bringt.
Bypass Kühlbedarf ab Innentemperatur
Erst oberhalb dieser Raumtemperatur besteht Kühlbedarf.
Bypass Hysterese
Um diesen Betrag müssen die Bedingungen unterschritten werden, bevor der Bypass wieder schließt.
Vorheizregister aktiv
Gibt den Frostschutz frei.
Frostschutz ab Außentemperatur
Unterhalb dieser Außentemperatur wird das Vorheizregister freigegeben.
Frostschutz Hysterese
Um diesen Betrag muss die Außentemperatur wieder steigen, bevor das Vorheizregister abgeschaltet wird.


Siehe auch allgemeine Parameter aller Funktionsbausteine.