Übersicht Block Abluft

Der Baustein steuert einen einzelnen Abluftventilator, wie er in WC, Bad oder Abstellraum eingesetzt wird. Er verbindet die üblichen Auslöser - Licht, Bewegung, Taster und Luftfeuchte - mit Nachlaufzeiten, Mindestlaufzeit, Mindeststillstandszeit und einer Nachtabsenkung.

Der Punkt, der eine von Hand gebaute Lösung schlägt, ist die Erkennung des Feuchteanstiegs: die absolute Feuchteschwelle wird im Winter oft nie erreicht, weil die kalte Zuluft die Raumluft ohnehin trocken hält. Der schnelle Anstieg beim Duschen ist dagegen immer messbar.

Die Anwesenheit kommt wie bei allen Block-Bausteinen aus dem Baustein Block Anwesenheit. Im Bedienelement lässt sich je Zustand festlegen, ob der Lüfter überhaupt anlaufen darf. Siehe auch Anwesenheit Allgemein.

Das passende Bedienelement ist Block Lüftung; es bedient sowohl die Lüftung als auch die Abluft.

Für eine kontrollierte Wohnraumlüftung gibt es den Baustein Block Lüftung.

Ablauf

Der Lüfter läuft, sobald mindestens eine Anforderung ansteht:
  • Licht: Brennt das Licht länger als die Einschaltverzögerung, entsteht eine Anforderung. Die Verzögerung verhindert, dass der Lüfter beim kurzen Betreten des Raumes anläuft.
  • Bewegung: Wirkt sofort, ohne Verzögerung.
  • Taster: Jede steigende Flanke startet die Nachlaufzeit neu. Über diese Adresse bedient auch das Bedienelement.
  • Feuchte: Entweder die absolute Schwelle ist überschritten oder ein Feuchteanstieg wurde erkannt.
Fällt die Anforderung weg, läuft der Lüfter noch die Nachlaufzeit weiter. Für die Feuchte gibt es eine eigene, meist längere Nachlaufzeit.

Mindestlaufzeit und Mindeststillstandszeit liegen über allem. Ohne sie taktet der Lüfter an der Feuchteschwelle - er läuft an, senkt die Feuchte um ein Zehntelprozent, schaltet ab, und beginnt von vorn. Die Mindestlaufzeit verhindert das Abschalten, die Mindeststillstandszeit das sofortige Wiederanlaufen.

Die maximale Laufzeit beendet den Lauf, wenn eine hängende Anforderung ihn sonst endlos laufen ließe - etwa ein Lichtschalter, der vergessen wurde. Der Lüfter läuft erst wieder an, wenn die Anforderung zwischendurch weggefallen ist.

Feuchteanstieg

Der Baustein merkt sich den Feuchtewert im Minutentakt. Liegt der aktuelle Wert um den eingestellten Betrag über dem Wert von vor zehn Minuten, gilt der Anstieg als erkannt und der Lüfter läuft an - auch dann, wenn die absolute Schwelle noch weit entfernt ist.

Der erkannte Anstieg verfällt, sobald die Feuchte wieder unter den Wert bei der Erkennung abzüglich der Hysterese gefallen ist. Er endet bewusst nicht an der absoluten Schwelle - genau die wird beim Duschen im Winter nie erreicht.

Nach einem Neustart der Steuerung beginnt die Messreihe leer. Bis genügend Werte gesammelt sind, wird kein Anstieg gemeldet; eine Fehlauslösung beim Hochlauf ist damit ausgeschlossen. Die absolute Feuchteschwelle wirkt in dieser Zeit ganz normal.

Der Wert 0 schaltet die Anstiegserkennung ab.

Nachtabsenkung

Im eingestellten Zeitfenster kann der Lüfter entweder ganz gesperrt werden oder nur noch auf die Feuchte reagieren. Das zweite ist der übliche Fall: nachts soll der Lüfter nicht bei jedem Lichtschalten anlaufen, beim Duschen aber sehr wohl.

Beginnt das Zeitfenster später als es endet, reicht es über Mitternacht.

Eingänge

LI
Licht ein
1 = das Licht im Raum brennt. Nach der Einschaltverzögerung entsteht daraus eine Anforderung.
BE
Bewegung
1 = Bewegung erkannt. Wirkt ohne Verzögerung.
RF
Feuchte
Relative Luftfeuchte im Raum in %. Grundlage der Feuchteschwelle und der Anstiegserkennung. Ist der Eingang nicht verknüpft, entfällt beides.
TA
Taster
Der Taster schaltet um: läuft der Lüfter, schaltet ihn die steigende Flanke aus, sonst ein. Ein WC-Lüfter muss sich von Hand auch wieder abschalten lassen.

Die Handabschaltung gilt, bis keine Anforderung mehr ansteht - bei brennendem Licht läuft der Lüfter also nicht sofort wieder an. Ein- und Ausschalten von Hand wirken sofort, ohne Mindestlaufzeit und ohne Mindeststillstandszeit. Über diese Adresse bedient auch das Bedienelement.
FR
Freigabe
0 = der Lüfter bleibt aus. Ein nicht verknüpfter Eingang gilt als freigegeben.

Ausgänge

LU
Lüfter
1 = der Lüfter läuft.
NL
Nachlauf aktiv
1 = der Lüfter läuft nur noch wegen der Nachlaufzeit, die eigentliche Anforderung ist bereits weggefallen.
BT
Betriebsstunden
Betriebsstunden seit der letzten Quittierung. Der Zählerstand wird auf der Steuerung gespeichert und übersteht einen Neustart. Das Wartungsintervall wird im Bedienelement eingestellt.
ST
Info Status
Statuswert für die Visualisierung. Die Bits werden addiert:
1 = Licht ein
2 = Bewegung
4 = Taster
8 = Feuchteschwelle überschritten
16 = Feuchteanstieg erkannt
32 = Nachlauf aktiv
64 = maximale Laufzeit erreicht
128 = Mindeststillstandszeit läuft
256 = Nachtabsenkung aktiv
512 = Wartung fällig

Parameter

Einschaltverzögerung Licht
So lange muss das Licht brennen, bevor der Lüfter anläuft. Der Wert 0 lässt ihn sofort anlaufen.
Nachlaufzeit
So lange läuft der Lüfter weiter, nachdem Licht, Bewegung oder Taster weggefallen sind.
Feuchte auswerten
Schaltet Feuchteschwelle und Anstiegserkennung ein oder aus.
Feuchte Schwelle
Ab dieser relativen Luftfeuchte läuft der Lüfter an.
Feuchte Hysterese
Um diesen Betrag muss die Feuchte unter die Schwelle fallen, bevor die Anforderung endet.
Feuchteanstieg
Steigt die Feuchte innerhalb von zehn Minuten um diesen Betrag, läuft der Lüfter an. Der Wert 0 schaltet die Anstiegserkennung ab.
Nachlaufzeit nach Feuchte
Eigene, meist längere Nachlaufzeit für die Feuchte-Anforderung.
Maximale Laufzeit
Nach dieser Zeit wird abgeschaltet, auch wenn eine Anforderung noch ansteht. Der Wert 0 schaltet die Begrenzung ab.
Mindestlaufzeit
So lange läuft der Lüfter mindestens, bevor er abschalten darf.
Mindeststillstandszeit
So lange bleibt der Lüfter nach dem Abschalten mindestens aus.
Nachtabsenkung
Aus, nur Feuchte oder ganz sperren - gültig innerhalb des eingestellten Zeitfensters.
Nacht Beginn / Nacht Ende
Zeitfenster der Nachtabsenkung, jeweils als Stunde und Minute. Liegt der Beginn nach dem Ende, reicht das Fenster über Mitternacht.

Siehe auch allgemeine Parameter aller Funktionsbausteine.