Heizen/Kühlen Umschaltung| Mit
diesem Funktionsbaustein wird zwischen Heiz- und Kühlbetrieb
umgeschaltet. Aus der Außentemperatur wird ein gleitender Durchschnitt
gebildet, mit demselben Verfahren wie beim Baustein Durchschnitt
pro Zeit. Die eingestellte Anzahl Tage ist dabei die
Zeitkonstante: nach dieser Zeit hat der Durchschnitt rund zwei Drittel
einer Temperaturänderung übernommen. Es wird also kein Mittelwert über
ein festes Zeitfenster gebildet, sondern ein langsam nachlaufender
Wert. Liegt dieser Durchschnitt unter dem Grenzwert Heizen, wird die Freigabe Heizen gesetzt; liegt er über dem Grenzwert Kühlen, die Freigabe Kühlen. Durch die getrennten Grenzwerte entsteht dazwischen ein neutraler Bereich, in dem weder geheizt noch gekühlt wird. Beide Freigaben stehen nie gleichzeitig an. Die Grenzwerte, die Anzahl Tage und alle Zeiten sind Parameter. Für Anlagen, die diese Werte vom Bus bekommen, gibt es sie zusätzlich als Eingang: ein verknüpfter Eingang hat Vorrang vor dem Parameter. |
Ablauf |
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| Startwert
und Speicherung. Der Durchschnitt wird gespeichert und läuft nach
einem Neustart mit dem gespeicherten Wert weiter. Liegt kein Wert vor,
wird der erste vorliegende Messwert der Außentemperatur zum Startwert;
bis dahin bleiben beide Freigaben aus und der Ausgang Durchschnitt wird
nicht beschrieben. Stand die Steuerung länger still als die eingestellte
Zeitkonstante, wird der gespeicherte Wert verworfen und neu eingelernt —
er bräuchte sonst Tage, um sich zu fangen, und hielte so lange eine
falsche Freigabe. Taktung. Der Durchschnitt wird im Minutentakt fortgeschrieben, die Freigaben werden jede Sekunde und zusätzlich bei jeder Änderung an den Eingängen neu bestimmt. Die Ausgänge werden alle 60 Sekunden wiederholt, auch wenn sich nichts geändert hat. Fehlende Außentemperatur. Ist der Eingang AT nicht verknüpft, kann der Baustein nicht arbeiten: beide Freigaben bleiben aus, der Ausgang Störung wird gesetzt und es wird eine Meldung ausgegeben. Ist der Eingang verknüpft, wird dem Wert vertraut — das gilt auch für eine interne Verknüpfung mit einem vorgeschalteten Baustein, der die Außentemperatur erst berechnet. Grenzwerte. Der Grenzwert Heizen muss kleiner sein als der Grenzwert Kühlen. Sind die Werte gleich oder vertauscht, wird eine Meldung ausgegeben, der Ausgang Störung gesetzt und die Freigabe Kühlen gesperrt: Heizen hat in diesem Fall Vorrang. Die Meldung erscheint nur bei einer Wertänderung, damit die Diagnose nicht zuläuft, und unterbleibt bei einem deaktivierten Baustein. Stehen beide Grenzwerte genau auf 0, gilt das als „Werte noch nicht eingetroffen“ — dann bleiben beide Freigaben aus, ohne Meldung. Hysterese. Sie wirkt nur beim Zurücknehmen einer Freigabe. Die Heizfreigabe fällt erst, wenn der Durchschnitt den Grenzwert Heizen um die Hysterese überschreitet; die Kühlfreigabe erst, wenn er den Grenzwert Kühlen um die Hysterese unterschreitet. Mit 0 wird ohne Hysterese gearbeitet. Mindestverweilzeit. Sie hält einen einmal eingenommenen Modus, bevor die Automatik wechseln darf, und verhindert damit Pendeln in der Übergangszeit. Handvorgabe, Freigabe und Taupunkt wirken sofort und warten nicht auf diese Zeit. Spülzeit beim Wechsel. Wechselt der Modus zwischen Heizen und Kühlen, sind für die eingestellte Zeit beide Freigaben aus und der Ausgang „Umschaltung läuft“ ist gesetzt. Bei einer Anlage mit einem gemeinsamen Rohrnetz kann sich das Netz so umladen, bevor die Gegenrichtung freigegeben wird. Kehrt die Anforderung während der Spülzeit zum alten Modus zurück, wird sofort abgebrochen. Handvorgabe. Der Eingang HB übergeht die Automatik. Er ist für Inbetriebnahme und Service gedacht, damit dafür nicht die Grenzwerte verstellt werden müssen. Taupunkt. Steht der Eingang TP an, wird die Kühlfreigabe zurückgenommen — auch bei Handvorgabe Kühlen. Kondensat ist ein Schaden und keine Geschmacksfrage. Den Eingang liefert üblicherweise der Baustein Taupunkt. Kühlsaison. Sind Anfangs- und Endmonat eingestellt, gibt die Automatik außerhalb dieses Zeitraums kein Kühlen frei. Liegt der Endmonat vor dem Anfangsmonat, läuft der Zeitraum über den Jahreswechsel. Eine Handvorgabe wird von der Saison nicht eingeschränkt. Gesperrter Baustein. Ohne Freigabe (Eingang FG auf 0) fallen beide Freigaben und der Modus auf 0. Der Durchschnitt wird trotzdem weiter gebildet und gespeichert, damit er nach dem Freigeben sofort stimmt. |
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Beispiel |
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| Grenzwert Heizen 16 °C, Grenzwert Kühlen 28 °C, Tage Durchschnitt 3. Der Durchschnitt steht bei 20 °C, dann fällt die Außentemperatur auf 5 °C. Nach 3 Tagen hat der Durchschnitt rund zwei Drittel des Sprungs übernommen und liegt bei etwa 10 °C — die Heizfreigabe ist also im Lauf des zweiten Tages gekommen, nicht sofort nach dem ersten kalten Vormittag. Genau das ist der Zweck: ein einzelner kalter oder warmer Tag soll die Anlage nicht umschalten. |
Eingänge |
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| FG |
Freigabe |
Optional. Ungleich 0 gibt den Baustein frei, 0 sperrt ihn:
beide Freigaben und der Modus gehen auf 0. Nicht verknüpft: der Baustein
ist freigegeben. |
| AT |
Außentemperatur* |
Aktuelle Außentemperatur in °C, aus der der Durchschnitt
gebildet wird. Nicht verknüpft: der Baustein arbeitet nicht, beide
Freigaben bleiben aus, der Ausgang Störung wird gesetzt und es wird eine
Meldung ausgegeben. Eine interne Verknüpfung mit einem vorgeschalteten
Baustein gilt als verknüpft. |
| TD |
Tage Durchschnitt |
Optional. Zeitkonstante des Durchschnitts in Tagen. Je
größer der Wert, desto träger folgt der Durchschnitt der Außentemperatur.
Nach oben gibt es keine Begrenzung, der kleinste Wert ist 1 Tag. Nicht
verknüpft: es gilt der gleichnamige Parameter. |
| GH |
Grenzwert Heizen |
Optional. Liegt der Durchschnitt unter diesem Wert in °C,
wird Freigabe heizen gesetzt. Nicht verknüpft: es gilt der gleichnamige
Parameter. |
| GK |
Grenzwert Kühlen |
Optional. Liegt der Durchschnitt über diesem Wert in °C,
wird Freigabe kühlen gesetzt. Nicht verknüpft: es gilt der gleichnamige
Parameter. |
| RS |
Durchschnitt zurücksetzen |
Optional. Ausgewertet wird der Wechsel von 0 auf ungleich
0: der aktuelle Messwert der Außentemperatur wird zum neuen Startwert des
Durchschnitts. Gedacht für die Inbetriebnahme, wenn der Durchschnitt mit
falschen Werten eingelernt wurde. Nicht verknüpft: es wird nie
zurückgesetzt. |
| HB |
Handvorgabe |
Optional. 0 = Automatik, 1 = Heizen, 2 = Kühlen, 3 = Aus
(beide Freigaben bleiben aus). Eine Handvorgabe wirkt sofort und wartet
nicht auf die Mindestverweilzeit; die Spülzeit gilt weiterhin. Nicht
verknüpft: Automatik. |
| TP |
Taupunkt erreicht |
Optional. Ungleich 0 nimmt die Freigabe Kühlen sofort
zurück, auch bei Handvorgabe Kühlen; die Freigabe Heizen bleibt
unberührt. Nicht verknüpft: es wird nie gesperrt. |
Ausgänge |
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| FH |
Freigabe heizen |
1, wenn der Modus Heizen ist, sonst 0. |
| FK |
Freigabe kühlen |
1, wenn der Modus Kühlen ist, sonst 0. Bleibt bei gleichen
oder vertauschten Grenzwerten, bei anstehendem Taupunkt und außerhalb der
Kühlsaison auf 0. |
| DS |
Durchschnitt |
Berechneter gleitender Außentemperatur-Durchschnitt in °C.
Der Wert wird gespeichert und nach einem Neustart weitergeführt. Solange
kein Startwert vorliegt, wird der Ausgang nicht beschrieben. |
| MO |
Modus |
0 = weder Heizen noch Kühlen, 1 = Heizen, 2 = Kühlen.
Derselbe Zustand wie FH und FK, nur als ein Wert — spart eine Zuweisung,
wenn ein nachgeschalteter Baustein den Modus als Zahl erwartet. |
| UM |
Umschaltung läuft |
1 während der Spülzeit beim Wechsel zwischen Heizen und
Kühlen. In dieser Zeit sind beide Freigaben aus und der Modus steht auf 0. |
| SR |
Störung |
1, solange die Außentemperatur nicht verknüpft ist oder die
Grenzwerte gleich beziehungsweise vertauscht sind. Sonst 0. |
Parameter |
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| Tage Durchschnitt |
Zeitkonstante des gleitenden Durchschnitts in Tagen.
Vorgabe 3. Ein verknüpfter Eingang TD hat Vorrang. |
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| Grenzwert Heizen |
Vorgabe 16 °C. Ein verknüpfter Eingang GH hat Vorrang. |
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| Grenzwert Kühlen |
Vorgabe 28 °C. Ein verknüpfter Eingang GK hat Vorrang. |
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| Hysterese Heizen |
Die Freigabe Heizen fällt erst, wenn der Durchschnitt den
Grenzwert Heizen um diesen Betrag überschreitet. Vorgabe 0, also ohne
Hysterese. |
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| Hysterese Kühlen |
Die Freigabe Kühlen fällt erst, wenn der Durchschnitt den
Grenzwert Kühlen um diesen Betrag unterschreitet. Vorgabe 0, also ohne
Hysterese. |
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| Mindestverweilzeit |
Mindestzeit in Minuten, die ein Modus gehalten wird, bevor
die Automatik wechseln darf. Vorgabe 0, also keine Mindestzeit. |
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| Spülzeit beim Wechsel |
Wartezeit in Minuten beim Wechsel zwischen Heizen und
Kühlen. Vorgabe 0, also ohne Wartezeit. |
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| Kühlen freigegeben ab / bis |
Erster und letzter Monat, in dem die Automatik Kühlen
freigeben darf. Vorgabe „Ganzjährig“ an einer der beiden Stellen hebt die
Einschränkung auf. |
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